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China-Symposium in Bad Homburg

2012-03-23

Vier Bad Homburger Unternehmen sind auf dem chinesischen Markt tätig. Welche Chancen und Herausforderung dieses Engagement birgt, darum ging es auf dem "China-Symposium", zu dem die Wirtschaftsförderung ins Kurhaus geladen hatte.

Generalkonsul Zhensun Wen aus Frankfurt lässt sich direkt vor den Eingang des Kurhauses fahren. Hier darf sonst nur die Laternenkönigin parken. China ist ein fleißiges Land mit gestiegenem Selbstbewusstsein. Chinesen wiederum schätzen die preußischen Eigenschaften der Deutschen. Das sagt der CDU-Stadtverordnete Rolf Berns, der Bad Homburger Vordenker in Sachen China. Auf seine Initiative hin erhielt eine chinesische Schule vor drei Jahren Räume im Gonzenheimer Vereinshaus. Ohne Sprachkenntnisse und Wissen über chinesische (Unternehmens-)Philosophie können die Deutschen im internationalen Wettbewerb nicht mithalten. Kinder lernen das fremde Idiom noch am leichtesten.

Bad Homburg mischt als Standort im wirtschaftsstarken Rhein-Main-Gebiet mit. Vier große Bad Homburger Unternehmen haben Niederlassungen in China. Eine städtische Delegation unter Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) war im Juli 2011 in Ljiang und hat dort ein "Memorandum of Understanding" unterzeichnet. Als weiteren wichtigen Schritt sieht das Stadtoberhaupt das Symposium am 21.März

Korwisi nennt Berns den "Katalysator" in Sachen China und hebt die große Dynamik der Wirtschaftsbeziehungen zu diesem Land hervor. Er sagt: "Deutschland ist der größte europäische Handelspartner Chinas. Dort liegt der Markt der Zukunft." Die in der Stadt ansässigen Firmen wie der Pharmahersteller Fresenius, der Automobilzulieferer Ixetic, die Deutsche Leasing International und Ringspann  sind seit längerem in China aktiv. Die Deutschlandzentrale des chinesischen Elektronikkonzerns Haiers wiederum hat ihren Sitz in Bad Homburg. Mit der im Chinesischen fließend bewandten Moderatorin Sonja Müller von der IHK Frankfurt und dem "Darmstadt China Competence Center" bietet die einladende Wirtschaftsförderung der Stadt eine kompetente Kraft auf.

Aus der Krise befreit

       

Konsul Wen sagt in seinem Grußwort vor etwa 100 Gästen, 80 davon Unternehmensvertreter, Deutschland und China hätten sich aus der Wirtschaftskrise befreit. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt beträgt 7,45 Billionen US-Dollar, das chinesisch-deutsche Handelsvolumen immerhin ein Drittel des europäischen Handelsvolumens. China wolle die Umstrukturierung vorantreiben, aber auch seinen Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß reduzieren.

Der Rechtsanwalt und Vorsitzende der Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsvereinigung Rhein-Main, Dr. Joachim Glatter, vermittelte den Gästen einen konzisen Überblick über die nicht wenig komplizierten, indes zu bewältigenden Rechtsgrundlagen für das China-Geschäft.

In der Pause und bei der Podiumsdiskussion ging es darum, auch klein- und mittelständischen Unternehmen Hinweise auf mögliches Engagement in China zu vermitteln. Allenthalben entstehen neue Kontakte. Stefan Wolf, Leiter der Wirtschaftsförderung, sieht das mit Genugtuung: "Wir sehen uns in der Grundaussage bestätigt, dass Engagement in diesem Land mit welchem Geschäftsmodell auch immer, positiv ist."

Dass Wirtschaftskontakte mit einer Kulturnation wie China philosophische Betrachtungen nur so herausfordern, kommt im Vortrag des Sinologen Professor Dr. Yu Chien Kuan zutage. Anders als China lobe Deutschland nicht. "Die Deutschen üben Selbstkritik, darin ist es unser Vorbild", sagt der Professor. Für die ihm vermutlich oft gestellte Frage, wie es um die Demokratie in China bestellt sei, verwendete er ein eindrückliches Bild: "China ist ein langer, Zug, der bergauf in Richtung Demokratie unterwegs ist. Er ist voller junger Leute und wird von einer Lokomotive gezogen. Europa fordert, er solle schneller fahren. Doch was, wenn dieser Zug entgleist? Dann kommen 100 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland." Dann senkt der Rhetor seine Stimme: "Wollen Sie das?"

(Quelle:Frankfurter Neue Presse)

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