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Geschichte Tibets

2008-04-17

Bereits lange vor unserer Zeitrechnung begannen Menschen das Tibet-Qinghai-Hochland im Südwesten des heutigen China zu besiedeln. Im Laufe der Zeit vereinigten sich die verschiedenen Stämme, die über das Plateau verteilt lebten, und wurden zum tibetischen Volk.

Nach einer Reihe von Kriegen in der frühen Tang-Dynastie (618-907) förderten die Tibeter durch Heiratspolitik freundschaftliche Beziehungen mit dem Tang-Hof. In der Song-Dynastie (960-1279) nahmen die Tibeter mit der Zentralebene Handelsbeziehungen auf Tauschbasis auf. In der Yuan-Dynastie (1206-1368) war das Vielvölker-Kaiserreich China bereits geeint und Tibet war als eine durch den zentralen Hof der Yuan regierte Verwaltungseinheit als organischer Bestandteil integriert. Seither waren die Tibeter, gemeinsam mit anderen Völkern unter der Zentralregierung Zeugen von Aufstieg und Fall verschiedener Dynastien und erlebten die Veränderungen im Laufe der Geschichte mit.

Die Tubo Monarchie

Zu Beginn des 7. Jahrhunderts wurde die mächtige Tang-Dynastie in der Zentralebene gegründet und damit endete eine Phase der Auflösung und des Chaos, die die Region mehr als 300 Jahre bestimmte. Gleichzeitig vereinigte der Stammesführer Songzain Gambo mehr als zehn verschiedene Stämme und gründete ein Königreich, das Tubo heißt und einen großen Teil dessen umfasste, was später als Tibet bekannt wurde. Er sandte zwei Mal Minister an den Tang-Hof, um eine Heirat mit einem Mitglied der kaiserlichen Familie zu erbitten, und 641 wurde Prinzessin Wencheng aus der Familie von Kaiser Taizong für diese Rolle ausgewählt. Während der Regentschaft von Songzain Gabo wurden die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Staaten zunehmend freundlicher und intensiver. Diese freundschaftlichen Beziehungen wurden die nächsten 200 Jahre und darüber hinaus fortgesetzt.

821 schickte der Tubo-König Chi Raibajain Gesandte nach Chang'an, der Hauptstadt der Tang-Dynastie, und erbat einen Zusammenschluss. Kaiser Muzong veranlasste seine leitenden Beamten eine große Zeremonie zur Vereinigung der beiden Staaten in den westlichen Vororten von Chang'an abzuhalten. Im Jahr darauf schlossen die Tang-Dynastie und das Königreich Tubo in einem östlichen Vorort von Lhasa einen formalen Vertrag über eine Allianz. Beide Seiten bekräftigten ihre engen Beziehungen durch Heiraten und beschlossen, einander als eine Familie zu betrachten. Der Vertrag wurde auf drei Stelen zum Tang-Tibetischen-Friedensvertrag verewigt und eine der Stelen steht noch immer vor dem Jokhang-Tempel in Lhasa.

842 zerbrach das Königreich Tubo und rivalisierende Gruppen von Ministern, Mitgliedern der königlichen Familie und verschiedenen Stämmen verstrickten sich in einen erbitterten Kampf, der in unterschiedlicher Intensität die nächsten 400 Jahre andauerte. Jene, die das Elend nicht länger ertragen konnten, flohen in Gegenden in den heutigen Provinzen Gansu, Qinghai, Sichuan und Yunnan.

Yuan-Dynastie (1206-1368)

Im frühen 13. Jahrhundert errichtete der Mongolenführer Dschingis Khan das mongolische Khanat im Norden von China. 1247 lud der mongolische Prinz Köden den bedeutenden Mönch Sakya Pandita Kunga Gyaltsen, der der Sagya-Schule angehörte, die den tibetischen Buddhismus stark beeinflusste, zu einem Treffen in Liangzhou (dem heutigen Wuwei in der Provinz Gansu) ein. Sakya Pandita bot an, Tibet dem mongolischen Khanat unterzuordnen und akzeptierte das festgelegte System der Lokalverwaltung. Im Gegenzug wurde der Sagya-Schule die politische Macht in Tibet übertragen. 1271 übernahmen die mongolischen Eroberer den Namen Yuan als Bezeichnung für ihre Dynastie und 1279 vereinigten sie schließlich ganz China. Die neue Zentralregierung übte weiterhin die Kontrolle über Tibet aus, das eine direkt regierte Verwaltungseinheit darstellte.

Die Yuan-Behörden erließen entsprechend den konkreten Bedingungen der historischen Traditionen, sozialen Situation, natürlichen Gegebenheiten, Volksgruppen und der Religion spezielle Regelung für die Verwaltung Tibets, die sich von denen der anderen zehn Verwaltungseinheiten unterschieden.

1270 verlieh Yuan-Kaiser Kublai Khan Pagba, einem führenden tibetischen Lama der Sagya-Schule, den offiziellen Titel eines Kaiserlichen Lehrers. Dies war der höchste offizielle Posten eines Mönchs in der chinesischen Geschichte. Ab dieser Zeit wurde der Kaiserliche Lehrer zu einem hochrangigen Beamten in der Zentralregierung, der direkt vom Kaiser bestimmt wurde und die Angelegenheiten des Buddhismus für das gesamte Land und die Lokalpolitik in Tibet über hatte.

Kurz nach der Gründung der Yuan-Dynastie wurde das Zongzhi-Amt, das für den Buddhismus ganzen Land und die militärische und zivile Verwaltung Tibets zuständig war, gegründet. 1288 wurde es in Xuanzheng-Amt umbenannt. Der Ministerpräsident fungierte normalerweise als Vorstand des Xuanzheng-Amtes während gleichzeitig ein Mönch, der vom Kaiserlichen Lehrer bestimmt wurde, den Posten des Vizevorstands innehatte. Dies war das erste Mal in der chinesischen Geschichte, dass ein zentrales Regierungsorgan für tibetische Angelegenheiten gegründet wurde.

Tibet wurde in verschiedene administrative Gebiete aufgeteilt und Beamte wurden beauftragt, die Verwaltung zu konsolidieren, wobei der Kaiserliche Lehrer die Gesamtverantwortung trug.

Nachdem Tibet Mitte des 13. Jahrhunderts in das Staatsgebiet der Yuan-Dynastie eingegliedert worden war, erlebte China den Aufstieg und Fall verschiedener Dynastien und Änderungen in der zentralen Verwaltung. Dies änderte jedoch keineswegs die zentrale Machtausübung über Tibet.

Ming-Dynastie (1368-1644)

1368 löste die Ming-Dynastie die Yuan-Dynastie ab. Die Ming schafften das System des Xuanzheng-Amtes als zentrales Organ zur Verwaltung der tibetischen Angelegenheiten ab, und beendeten die Verleihung des offiziellen Titels des Kaiserlichen Lehrers an tibetische Mönche. Die Ming-Herrscher führten allerdings ein neues System zur Verleihung von offiziellen Titeln an tibetische Mönche ein. Der ranghöchste Mönch wurde Prinz des Dharma genannt, hatte allerdings nicht die gleiche Funktion wie der Kaiserliche Lehrer der Yuan-Dynastie. Er war nicht in Beijing stationiert, war nicht landesweit für buddhistische Angelegenheiten zuständig und hatte auch kein festgelegtes Herrschaftsgebiet. Dies bedeutet, dass dieser offizielle Posten hauptsächlich ein Ehrenamt war. Obwohl diese Prinzen des Dharma unterschiedlichen Rang besaßen, konnten sie keine Macht über einander ausüben, oder sich in Regierungsgeschäften engagieren. Sie unterstanden direkt der Zentralregierung.

Die zentralen Behörden der Ming behielten das Verwaltungsstruktur der Yuan bei, errichteten eine Lokalregierung in Tibet, die die militärischen und politischen Angelegenheiten über hatte.

Qing-Dynastie (1644-1911)

Nachdem sie die Ming-Dynastie 1644 ablöste, führte die Zentralregierung der Qing-Dynastie Regeln und Vorschriften für die Herrschaft über Tibet ein. Diese Regeln und Vorschriften waren rechtsbindend und sehr erfolgreich.

Es wurde ein Verwaltungsgebiet Tibet geschaffen. Im Zuge der Aufteilung in Verwaltungsgebiete legte die zentrale Qing-Regierung gesetzlich die Grenzen zwischen den Verwaltungseinheiten von Tibet, Yunnan, Sichuan, Qinghai und Xinjiang fest. Das Verwaltungsgebiet Tibet (damals unter dem Namen Ü-Zang) deckt sich mit dem heutigen Autonomen Gebiet Tibet.

Außerdem wurde über das politische und administrative System in Tibet und die Organisationsform der lokalen politischen Machtverteilung entschieden. Das 1793 vom Qing-Hof erlassene "Dekret für eine effektivere Regierung von Tibet" und die Gesetze der Qing-Dynastie legten fest, dass in Tibet der in Lhasa stationierte Dalai Lama für die religiösen Angelegenheiten und Teile der Regierungsangelegenheiten in Vordertibet und der Panchen Lama in Xigazê (Hintertibet) verantwortlich ist. Keiner der beiden war dem anderen untergeordnet. Die Ambans (Hochkommissare), die vom Qing-Hof in Tibet stationiert wurden, hatten jedoch die Gesamtkontrolle über das Gebiet über.

Die Verleihung von offiziellen Titeln an religiöse Führer in Tibet wurde neu geregelt. 1653 verlieh die Zentralregierung dem fünften Dalai Lama den offiziellen Titel "Allwissender Bewahrer des Vajra". 1713 wurde dem fünften Panchen Lama der offizielle Titel des "Bainqên Erdeni" verliehen. Von da an wurde es üblich, dass die Zentralregierung allen Dalai Lamas und Panchen Lamas diese Titel verlieh.

Um zu verhindern, dass die religiösen Führer ihre Position und Macht zu ihrem persönlichen Vorteil ausnützen oder ihre Truppen verstärken, führte die Zentralregierung 1793 ein neues System zur Bestimmung der Reinkarnation eines verstorbenen Lamas wie des Dalai Lamas, des Panchen Lamas oder anderer hochgestellter Lamas ein, wobei die Namen der in Frage kommenden Kinder auf Lose geschrieben wurden, die dann in eine goldene Urne gelegt wurden. Unter der Aufsicht des Hochkommissars wurde dann ein Los gezogen und der Auserwählte wurde als Reinkarnation des Lamas erkannt und damit zu seinem Nachfolger nominiert. Der ausgewählte Nachfolger konnte erst zum rechtmäßigen Erben werden, nachdem er von der Zentralregierung formell bestätigt wurde. Dies wurde zu einer zentralen Maßnahme der zentralen Regierung der Qing, um die Kontrolle über religiöse Angelegenheiten in Tibet zu verstärken und verkörperte die Oberherrschaft der Zentralregierung über Tibet.

Republik China (1912-1949)

Nach der Revolution von 1911 erlebte China große historische Veränderungen, die die Qing-Dynastie stürzten und 1912 zur Gründung der Republik China führten. Während der Republik China, die die verschiedenen Volksgruppen der Han, Mandschuren, Mongolen, Hui und Tibeter zusammen brachte, wechselten die zentralen Machthaber häufig, aber die Maßnahmen in Bezug auf Tibet blieben hinsichtlich der Aufrechterhaltung der nationalen Einheit, staatlichen Souveränität und territorialen Integrität unverändert.

Um die staatliche Souveränität über Tibet zu erhalten, wurden Gesetze und offizielle Dokumente erlassen. Paragraf 3 der Allgemeinen Bestimmungen über die Provisorische Verfassung der Republik China, die unter der Schirmherrschaft von Dr. Sun Yat-sen, dem interimistischen Präsidenten, in Kraft war, legte fest, dass Tibet eine von 22 Provinzen der Republik China ist. Dies legalisierte die Herrschaft der Regierung der Republik China über Tibet. In sämtlichen Tibet betreffenden Bestimmungen in der Verfassung der Republik China wurde betont, dass Tibet ein untrennbarer Bestandteil des chinesischen Territoriums ist und die Zentralregierung Chinas Souveränität über Tibet ausübt.

Außerdem wurden ein Rat für mongolische und tibetische Angelegenheiten und eine Kommission, die für mongolische und tibetische Angelegenheiten zuständig war, eingerichtet. Der Rat für mongolische und tibetische Angelegenheiten wurde 1912 gegründet, war direkt dem Staatsrat unterstellt und war als zentrales Staatsorgan direkt für tibetische und mongolische Angelegenheiten zuständig. 1914 wurde er in Kommission für mongolische und tibetische Angelegenheiten umbenannt. 1927 verlegte die Republik China ihre Hauptstadt nach Nanjing, heute Provinzhauptstadt von Jiangsu, und etablierte die Nanjing-Regierung. Kurz darauf wurde die Gründung einer Kommission, die für mongolische und tibetische Angelegenheiten zuständig war, bekannt gegeben. Einige Mitglieder der Kommission waren Menschen mit großem Einfluss in den mongolischen und tibetischen Gebieten, darunter der neunte Panchen Lama, der 13. Dalai Lama und Vertreter der tibetischen Regierung, die in Nanjing stationiert waren, darunter Gongjor Zongnyi, Zhamgya Hotogtu und Meister Xêrab Gyamco, einem sehr berühmten buddhistischen Gelehrten, der als Vizevorsitzender der Kommission fungierte.

Dem Dalai Lama und dem Panchen Lama wurden weitere Ehrentitel verliehen und ihre Vertreter durften den Zeremonien zur Auffindung der Reinkarnationen und ihrer Inthronisation vorstehen. Zu Beginn der Republikzeit schaffte es der 13. Dalai Lama, dem von der Qing-Regierung sein Ehrentitel aberkannt wurde und der daraufhin Tibet Richtung Indien verlassen hatte, mit der Regierung der Republik China in Kontakt zu treten und er formulierte seinen Wunsch, nach Tibet zurückzukehren. Am 28. Oktober 1912 verkündete der interimistische Präsident Yuan Shikai die Wiedereinführung des Ehrentitels für den Dalai Lama. Kurz darauf kehrte der 13. Dalai Lama zurück. Um die internen Widersprüche zwischen dem Dalai Lama und dem Panchen Lama zu entschärfen, gab Yuan Shikai am 1. April 1913 den Befehl, dem neunten Panchen Lama einen zusätzlichen Ehrentitel zu verleihen, um ihn für seinen Beitrag zur Verteidigung der Einheit des Vaterlandes zu ehren.

Im Dezember 1933 starb der 13. Dalai Lama und die Lokalregierung von Tibet sandte entsprechend der historischen Gepflogenheiten einen Bericht an die Zentralregierung. Die Zentralregierung gewährte dem Verstorbenen posthum den Ehrentitel eines Meisters der Verteidigung des Landes und entsandte Huang Musong, den Vorsitzenden der Kommission, die für mongolische und tibetische Angelegenheiten zuständig war, nach Tibet, um sein Ableben zu betrauern. 1938 wurde unter der Schirmherrschaft von Lama Razhêng in Qinghai Lhamo Toinzhub gefunden und entsprechend den religiösen Ritualen und der historischen Tradition zur Reinkarnation des verstorbenen 13. Dalai Lama bestimmt. 1940 reiste Wu Zhongxin, der Vorsitzende der Kommission verantwortlich für mongolische und tibetische Angelegen, als Vertreter der Zentralregierung nach Tibet, um der Inthronisierung des 14. Dalai Lamas vorzustehen.

Als der neunte Panchen Lama auf seiner Rückreise nach Tibet im Dezember 1937 in Qinghai verstarb, verlieh ihm die Regierung der Republik China den Ehrentitel eines Meisters und 1938 entsandte die Zentralregierung Dai Chuanxian, den Präsidenten des Prüfungsamtes nach Garzê, um das Ableben des neunten Panchen Lama zu betrauern. Anfang 1949 entsandte die Regierung der Republik China einen Vertreter, um zu verkünden, dass Qoigyi Gyaicain der zehnte Panchen Lama sei, und er nahm an den Feierlichkeiten im Kloster Gumbum in Qinghai teil. Im August wurde Guan Jiyu, der Vorsitzende der Kommission verantwortlich für mongolische und tibetische Angelegenheiten, von der Zentralregierung zur Inthronisierungsfeier des zehnten Panchen Lama nach Qinghai geschickt.

Mönche und Laien aus der Oberschicht wurden in die staatliche Verwaltung eingebunden und während der Republik China nahmen an jedem Treffen der Nationalversammlung tibetische Delegierte teil. Beispielsweise als die Nationalversammlung von 15. November bis 25. Dezember 1946 in Nanjing tagte, um die Verfassung der Republik China auszuarbeiten, nahmen 17 Delegierte aus Tibet, darunter Tudain Sangpi und Jijigmei, teil.

Volksrepublik China

Die Volksrepublik China wurde 1949 gegründet. Entsprechend den historischen Bedingungen und der Realität in Tibet entschied sich die Zentrale Volksregierung für eine friedliche Befreiung Tibets.

Die friedliche Befreiung Tibets 1951

Am 1. Oktober 1949 wurde die Volksrepublik China gegründet. Die Gêlug-Schule (Gelbmützen) in Tibet verfügte über zwei Reinkarnationssysteme einschließlich des für den Panchen Lama. Der zehnte Panchen Lama Qoigyi Gyaincain telegrafierte dem Vorsitzenden Mao Zedong, und dem Oberkommandierenden der Volksbefreiungsarmee Zhu De, und demonstrierte große Unterstützung für die Zentrale Volksregierung und formulierte die Hoffnung, dass Tibet möglichst bald befreit werden möge. Am 23. November 1949 antworteten Mao Zedong und Zhu De. Später wandte sich die Zentrale Volksregierung mehrmals an die lokalen Behörden von Tibet, um eine friedliche Befreiung Tibets zu erreichen, und versuchte über verschiedene Kanäle eine Einigung zu erzielen.

Dennoch lehnte die lokale Regierung von Tibet unter der Regentschaft von Dagzha und seinen Truppen proimperialistischer Separatisten alle positiven Vorstöße der Zentralregierung für eine friedliche Befreiung Tibets ab, und behinderte die Personen, die zu diesem Zweck von der Zentralregierung entsandt wurden. Sie zog 8000 tibetische Soldaten zusammen und stellte sie in Qamdo und entlang dem Westufer des Jinsha-Flusses (Oberlauf des Jangtse) auf, um die Volksbefreiungsarmee bei ihrem Vorstoß nach Westen aufzuhalten. Um die Verschwörung der Feine zunichte zu machen, und gegen die proimperialistischen Separatisten durchzugreifen, befreite die Volksbefreiungsarmee am 24. Oktober 1950 mit Unterstützung der dort lebenden Tibeter Qamdo, wodurch günstige Bedingungen für eine friedliche Befreiung Tibets geschaffen wurden.

Nach der Befreiung von Qamdo hätte die Volksbefreiungsarmee weiter vorstoßen könne, um ganz Tibet zu befreien, aber das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) und die Zentrale Volksregierung bestand 1951 auf der friedlichen Befreiung Tibets und gab den eindeutigen Befehl, die Volksbefreiungsarmee zurückzuhalten und Arbeit unter der lokalen Bevölkerung zu leisten, während die Zentralregierung auf die Entsendung von Vertretern für Gespräche nach Beijing wartet. Gleichzeitig veröffentlichte das Militär- und Regierungskomitee für den Südwesten und die Volksbefreiungsarmee für das militärische Wehrbezirk im Südwesten gemeinsam auf Tibetisch und Chinesisch eine Bekanntmachung für die Befreiung von Tibet in zehn Punkten.

Der 14. Dalai Lama und die Lokalregierung von Tibet formulierten schließlich im Januar 1951 nach vielen Überzeugungsversuchen durch die Zentralregierung und ergriffen von ihrer Politik den Wunsch, eine friedliche Lösung zu verfolgen.

Am 29. April 1951 begannen die Bevollmächtigten der Zentralen Volksregierung und der Lokalregierung von Tibet Verhandlungen in der Fernmeldeabteilung der Militärischen Kontrollkommission von Beijing. Innerhalb eines Monats wurde in allen wichtigen Punkten eine Einigung erzielt. Am 23. Mai 1951 wurde eine große Zeremonie zur Unterzeichnung der Vereinbarung der Zentralen Volksregierung mit der Lokalen Regierung Tibets über Maßnahmen zur friedlichen Befreiung Tibets (auch bekannt als 17-Punkte-Abkommen) im Qinzheng-Saal im Beijinger Regierungsbezirk Zhongnanhai abgehalten.

Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung über die friedliche Befreiung Tibets telegrafierte der 14. Dalai Lama an den Vorsitzenden Mao Zedong: "Die tibetische Lokalregierung, der Klerus und die Zivilbevölkerung unterstützen diese Vereinbarung geschlossen und werden unter der Führung des Vorsitzenden Mao und der Zentralen Volksregierung die Volksbefreiungsarmee aktiv dabei unterstützen, die Landesverteidigung in Tibet zu festigen, den imperialistischen Einfluss abzustellen und die Einheit von Souveränität und Territorium des Vaterlandes sicherzustellen." Der zehnte Panchen Lama telegrafierte ebenfalls an den Vorsitzenden Mao und erklärte seine Zustimmung zu dem 17-Punkte-Abkommen und seine Entschlossenheit die Einheit und Souveränität des Vaterlandes hoch zu halten.

Entsprechend der Vereinbarung zogen die Truppen der Volksbefreiungsarmee in Tibet problemlos in Lhasa ein und wurden mit einer großen Willkommensfeier begrüßt, die sich aus mehr als 20.000 Personen, darunter Beamten der Lokalregierung von Tibet, Geistliche und Zivilbevölkerung, zusammensetzte. Kurz darauf zogen die Truppen der Volksbefreiungsarmee in strategischen Grenzorten wie Nagqu, Ngari, Zayü, Gyangzê, Xigazê und Yadong ein. Wo immer sie hinkamen, wurden sie von den Tibetern willkommengeheißen. Zu diesem Zeitpunkt war Tibet wirklich befreit und die Einheit des chinesischen Vaterlandes wurde erreicht.

1954 kamen der 14. Dalai Lama und der zehnte Panchen Lama nach Beijing um an der ersten Tagung des ersten Nationalen Volkskongresses (NVK) der Volksrepublik China teilzunehmen. Auf der Tagung wurde der 14. Dalai Lama zum Vizevorsitzenden des Ständigen Ausschusses des NVK und der zehnte Panchen Lama zum Mitglied des Ständigen Ausschusses des NVK gewählt.

Demokratische Reform von 1959

Nach der friedlichen Befreiung Tibets 1951 bestand in Tibet weiterhin feudale Leibeigenschaft. Nachdem die Bedingungen zur Abschaffung dieses Systems noch nicht reif waren, führte der Vorsitzende Mao in einem Bericht über "Fragen in Bezug auf den korrekten Umgang mit den Widersprüchen im Volk" die Maßnahmen für Tibet aus, wonach die Bedingungen dort "für sechs Jahre unverändert aufrechterhalten" werden sollten. Diese Maßnahme war ein weiteres Zugeständnis an Tibet und sie verfolgte den Zweck, darauf zu warten, dass die volle öffentliche Aufmerksamkeit auf die friedliche Reform gelenkt wird.

Dennoch war eine Gruppe hochrangiger Reaktionäre in Tibet von Anfang an gegen die Reformen. Sie zerrissen sogar öffentlich das 17-Punkte-Abkommen und verkündeten am 10. März 1959 die "Unabhängigkeit von Tibet". Sie organisierten tibetische Truppen, die den Militärbezirk Tibet und die Organe der Zentralregierung in Tibet umzingelten, und starteten am 20. März in der Früh einen Großangriff. Um die Einheit von China zu wahren, gab die Zentralregierung den Befehl, die Rebellion in Tibet niederzuschlagen und verkündete, dass das Vorbereitungskomitee zur Gründung des Autonomen Gebiet Tibets als Lokalregierung fungieren sollte. In Tibet begann eine Zeit der Unterdrückung der Rebellion und der Reformen.

Das Vorbereitungskomitee zur Gründung des Autonomen Gebiet Tibets verabschiedete im Juli 1959 die "Resolution über demokratische Reformen", beschloss die Rebellion komplett niederzuschlagen, die Volksmassen zu Taten anzuspornen und in der ganzen Region demokratische Reformen durchzuführen. Der erste Schritt der demokratischen Reform war gegen die Rebellion, gegen das Ulag-System (Frondienst) und gegen Leibeigenschaft gerichtet und verminderte Mieten und Zinszahlungen (diese Bewegung ist auch als "Drei Abschaffungen und zwei Reduktionen" bekannt). Im Zuge des Kampfs gegen die Rebellen zeigten die Leibeigenen die Verbrechen der Aufständischen auf und kritisierten sie für Brandstiftung, Mord und Plünderung, für ihre Unterminierung der Einheit und ihre Opposition zur Zentralregierung. Sie prangerten das am eigenen Leibe erfahrene Leid an, das ihnen durch die Grundherren zugefügt wurde, die sie im Ulag-System gnadenlos ausbeuteten. Die Leibeigenen, deren Bewusstsein durch die Bewegung gegen dieses System erwacht war, hatten ihre eigenen Anführer. Durch Wahlen organisierten sie ihre eigene Führung, die Bauernvereinigung, und schufen so ein Machtzentrum. Einige Monate später wurde die Bauernvereinigung im Großteil der Gebiete, in denen die demokratische Reform durchgeführt wurde, eingerichtet und leitete die Arbeit zur Verminderung der Mieten und Zinszahlungen.

Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde das Land der Gutsbesitzer, die an der Rebellion beteiligt gewesen waren, "an die verteilt, die es bestellten", die Pachtzahlungen an jene Gutsbesitzer, die nicht an der Rebellion beteiligt gewesen waren, wurden "um 20 Prozent verringert" und alle Schulden der Leibeigenen gegenüber den Grundbesitzern vor 1958 wurden erlassen und die Zinszahlungen gegenüber Grundbesitzern, die nicht an der Rebellion von 1959 beteiligt gewesen waren, wurden auf 1 Prozent pro Monat reduziert. Die Errungenschaften aus dieser Reduzierung der Pacht und dem Schuldenerlass waren erheblich. Laut Statistiken aus 1959 und 1960, als die demokratische Reform nahezu abgeschlossen war, entsprach der Betrag, der durch die Abschaffung von Wucher und Zinsen eingespart wurde, 400 Millionen Kilogramm Getreide, wodurch die Leibeigenen massiv entlastet wurden.

Nachdem der Kampf gegen die Rebellion einen grundlegenden Sieg erreicht hatte und die Bewegung zur Abschaffung des Frondiensts und der Leibeigenschaft weiter ging, wurde die Eliminierung des Grundbesitzrechts der Grundbesitzer und die Zerstörung der Grundlage der feudalen Leibeigenschaft zu einer dringlichen Forderung der Leibeigenen, um völlige Freiheit zu erreichen. Die dritte Vollversammlung des Vorbereitungskomitees des Autonomen Gebiets wurde Ende September 1959 abgehalten und verabschiedete eine "Resolution über die Abschaffung der feudalen Leibeigenschaft und Landreform". Die Resolution legte fest, die gerechten Ansprüche der Millionen Leibeignen zu befriedigen und die feudale Leibeigenschaft am Land abzuschaffen sowie den Bauern das Eigentum am Land zu übertragen. Vor allem auf die Landreform in den Ackerbaugebieten wurde Gewicht gelegt und es wurde betont, dass der Viehbesitz der Nomaden während der Bewegung zur Abschaffung des Frondienst und der Leibeigenschaft nicht angetastet werden sollte.

Der Großteil der Landreform in den Ackerbaugebieten wurde im Winter 1959 und Frühling 1960 durchgeführt. Der erste Schritt war die Beschlagnahmung von Land und Produktionsmitteln von den Grundbesitzern, die an der Rebellion beteiligt gewesen waren. Grundbesitzer, die nicht an der Rebellion beteiligt gewesen waren, mussten ihr überschüssiges Land, Vieh, Gebäude und landwirtschaftliche Geräte abgeben. Ende 1960, als die Landreform in der gesamten Region nahezu abgeschlossen war, waren mehr als 186.000 Hektar Land, rund 0,23 Hektar pro Kopf, umverteilt worden.

Entsprechend der Maßnahmen wurden das überschüssige Land, Vieh, landwirtschaftliche Geräte und Gebäude der Grundbesitzer, die nicht an der Rebellion beteiligt gewesen waren, übernommen. Insgesamt wurden rund 60.000 Hektar Land, 82.000 Stück Vieh, 20.000 landwirtschaftliche Geräte und 64.200 Gebäude konfisziert. Diese sollten entsprechend ihrem Marktwert innerhalb von acht bis 13 Jahren von der Regierung abgelöst werden. Im September 1961 erhielten mehr als 2000 Haushalte ihre Übernahmezertifikate und die erste Rate wurde ausgezahlt. Fortschrittlichen Persönlichkeiten, die nicht an der Rebellion beteiligt gewesen waren, wurden passende Arbeitsplätze zugeteilt und einige wurden Führungskräfte im Vorbereitungskomitee des Autonomen Gebiets.

Die Hauptarbeit der demokratischen Reform war Ende 1961 grundsätzlich abgeschlossen. Die demokratische Reform stürzte das reaktionäre, rückständige System der feudalen Leibeigenschaft völlig und ermöglichte es Millionen Leibeigenen sich aus der strikten Kontrolle und Unterdrückung der Grundbesitzer zu befreien und ihre Rechte als menschliche Wesen wahrzunehmen, wodurch die Bedingungen der Menschenrechte der Tibeter verändert und der Weg zu gesellschaftlicher Entwicklung in der Region geebnet wurde.

Schaffung des Autonomen Gebiets Tibet

Tibet genießt entsprechend der Verfassung der Volksrepublik China nationale Autonomie. Der Staat schützt die politischen Rechte aller Volksgruppen in Tibet sowohl in nationalen als auch lokalen Angelegenheiten, und vor allem die Autonomierechte der Tibeter bei der Selbstverwaltung lokaler, und ihr Volk betreffender Angelegenheiten. Diese Rechte reichen in jeden Bereich der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung. Entsprechend der historischen Bedingungen in Tibet und unter Berücksichtigung der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen Faktoren, wurden, als die regionale Autonomie eingerichtet wurde, flexible Maßnahmen eingeführt, die von denen in Gebieten anderer Nationalitäten in China abweichen.

Am 9. März 1955 saß Ministerpräsident Zhou Enlai der siebten erweiterten Tagung des Staatsrates vor, auf der der "Beschluss zur Einrichtung eines Vorbereitungskomitees zur Schaffung des Autonomen Gebiet Tibets" verabschiedet wurde.

Dieser Beschluss legte fest, dass "das Vorbereitungskomitee zur Gründung des Autonomen Gebiets Tibet ein Regierungsorgan verantwortlich zur Vorbereitung der Gründung des Autonomen Gebiet Tibets und dem Staatsrat unterstellt ist. Seine vorrangige Aufgabe ist die Einrichtung regionaler Autonomie in Tibet entsprechend den Bestimmungen der Verfassung der VRCh und der Übereinkunft zur friedlichen Befreiung Tibets von 1951, sowie den realen Bedingungen in Tibet". Der Staatsrat beschloss auch, den Dalai Lama als Vorsitzenden, den Panchen Lama als ersten stellvertretenden Vorsitzenden und Zhang Guohua als zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des Komitees einzusetzen.

Die feierliche Gründungskonferenz des Vorbereitungskomitees zur Gründung des Autonomen Gebiet Tibets fand am 22. April 1956 im neu gebauten Lhasa-Saal statt. Die Schaffung des Vorbereitungskomitees ermöglichte es Tibet in Bezug auf die Ausübung der regionalen Autonomie einen wichtigen Schritt vorwärts zu tun, und war ein Meilenstein auf Tibets Weg zur Entwicklung.

Während sich die regionale Autonomie in Tibet reibungslos entwickelte, zettelten einige hochrangige Ewiggestrige, die noch immer die Leibeigenschaft bevorzugten, am 10. März 1959 einen bewaffnete Rebellion an. Als die Rebellion niedergeschlagen wurde, wurden demokratische Reformen eingeführt und dem Volk wurde auf verschiedenen Ebenen Macht übertragen. Entsprechend der realen Bedingungen in Tibet verkündete das Vorbereitungskomitee im Juli 1959 die "Organisation der Bauernverbände in verschiedenen Kreisen, Bezirken und Gemeinden Tibets", und förderte damit, dass Bauernverbände auf Bezirks- und Gemeindeebene als wichtigste politische Kraft agieren konnten.

Bis April 1965 hatten sieben Regierungsbezirke und eine Stadt, sowie 72 Kreise, 20 Bezirke und 300 Gemeinden Volksregierungen eingerichtet. Im März 1962 veröffentlichte das Vorbereitungskomitee einen Entwurf der "Richtlinien zur Durchführung von Wahlen von Kadern auf Basisebene im gesamten Gebiet". Bis Juli beziehungsweise August 1965 waren die Wahlen in den Gemeinden und Kreisen im gesamten Autonomen Gebiet nahezu abgeschlossen. Insgesamt wurden in 1359 Gemeinden und Städten Kommunalwahlen durchgeführt, während 567 weitere Gemeinden und Städte Volkskongresse abhielten, insgesamt also in 92 Prozent aller Gemeinden und Städte des Autonomen Gebiets Tibet. Die politische Macht des Volkes auf Basisebene lag zum überwiegenden Teil in der Hand der ehemaligen Leibeigenen.

In 54 Kreisen des Gebiets wurden erste Tagungen der Volkskongresse abgehalten, auf denen die Kreisvorsteher und ihre Stellvertreter gewählt und die Volkskommissionen der Kreise gegründet wurden. Gleichzeitig wurden 301 Delegierte für den Volkskongress des Autonomen Gebiets gewählt.

Auf Grundlage dessen und nach der Genehmigung durch die Zentralregierung fand von 1. bis 9. September 1965 die erste Tagung des Volkskongresses des Autonomen Gebiets Tibet in Lhasa statt. Damit wurde das Autonome Gebiet Tibet offiziell gegründet und Ngapoi Ngawang Jigmê wurde der erste Vorsitzender des Autonomen Gebiets Tibet.

Quelle: german.china.org.cn

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